19. November 2017
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So begrüßen Sie Ihre offiziellen Gäste protokollarisch korrekt



Rednerpult mit Mikrofon

Ehrengäste stilsicher begrüßen

Sie haben oft und viele Ehrengäste? Gratulation! Das spricht für Sie und für Ihre Gemeinde, Ihr Unternehmen etc. Aber begrüßen Sie Ihre „Stars“ auch richtig?

Sobald es offiziell wird, es also um die protokollarisch korrekte Begrüßung geht, sollte Ihnen nämlich definitiv kein Fehler unterlaufen.

Denn anders als im privaten Rahmen hat ein Fauxpas bei offiziellen Auftritten meist böse Folgen: Wenn Sie Glück haben, führt er zu höhnischem Gelächter – wenn Sie Pech haben, zu ernsthaften Verstimmungen. Denken Sie nur an die Politiker im Fernsehen, denen ein kleiner Stilbruch wochenlang satirisch nachgetragen wird.

Oder betrachten Sie die Weltgeschichte: Wie viele Kriege wurden wohl schon geführt, weil ein Herrscher den anderen – oft unwissentlich – beleidigt hatte?

Natürlich wird in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Unternehmen nicht gleich Blut fließen, nur weil Sie den Vertreter des Bundestags oder den Ehrengast aus China nicht oder an einer völlig falschen Stelle begrüßt haben. Die Folgen, mit denen Sie aber sehr wohl rechnen müssen, sind unangenehm genug:

Erstens blamieren Sie in diesem Moment sich selbst und den Gast, den Sie scheinbar nicht wertschätzen – weswegen dieser zweitens wohl kaum noch einmal wiederkommen wird.

Und wenn Sie nun auf Nummer sicher gehen und einfach immer alle Ihre Ehrengäste begrüßen? Dann laufen Sie Gefahr, dass bald gar niemand mehr wiederkommt – um nicht noch einmal einer unendlichen Begrüßungsorgie ausgesetzt zu sein.

Wenn Sie all dies vermeiden wollen, dann lesen Sie diesen Beitrag aus „Die besten Reden von A bis Z“, denn er enthält alles, was Sie zur offiziellen Rangfolge bei Begrüßungen wissen müssen.


Wie Sie Ihre Gäste bei offiziellen Anlässen korrekt begrüßen

Ihre Garantie für mehr Sicherheit: die „Top-70-Liste“ der Bundesrepublik

Eine sichere Richtlinie für Begrüßungen aller Art ist die protokollarische Rangfolgenliste der Bundesrepublik Deutschland, die so genannte „Top-70-Liste“.

Diese Liste basiert auf nicht veröffentlichten Rangfolgenlisten der Bundesministerien (z. B. Auswärtiges Amt, Bundesinnenministerium); sie umfasst also Personen und Ämter, die unmittelbar oder mittelbar mit dem Staat und seinen Organen verbunden sind.

Wie funktioniert die Zuordnung innerhalb der „Top-70-Liste“?

Die Liste richtet sich vor allem nach historisch gewachsenen, repräsentativen Kriterien; besonders auf höchster Ebene erfolgt die Einordnung der Personen nach der – auch symbolischen – Bedeutung ihres Amtes / ihrer Position für das größte Gemeinwesen auf deutschem Boden: den Staat.

Die hier geltende Rangfolge können Sie auf jedes kleinere Gemeinwesen, z. B. eine Kommune, übertragen und sind damit für jeden Ihrer offiziellen, protokollarischen Anlässe gut gerüstet.

„Die besten Reden von A bis Z“-Insider-Tipp: Bevor Sie die „Top-70-Liste“ jedoch in einem konkreten Fall anwenden, lesen Sie bitte unbedingt diesen Beitrag zu Ende; denn zusätzlich müssen fast immer weitere Kriterien – wie Alter, Geschlecht etc. – herangezogen werden.


Vorweg 4 Faustregeln zur Benutzung der „Top-70-Liste“

  1. Weniger ist mehr: Je weniger Gäste Sie hervorheben, desto weniger Fehler können Sie machen. Außerdem schaltet Ihr Publikum bald ab, wenn Sie es vor lauter Titeln zu lange auf die eigentliche Rede warten lassen. Vermeiden Sie also bitte „Begrüßungsorgien“!

  2. Die „Top-70-Liste“ geht vor – und zwar in den Fällen, in denen sie direkt greift und Sie einen Gast unmittelbar auf der Liste wiederfinden.

  3. Ausnahme von Regel 2: Personen, die in Ihrem Umfeld ausgesprochen hohe soziale Bedeutung oder Anerkennung genießen, können Vorrang vor denen auf der Liste haben.

    So gebührt z. B. dem (Ober-)Bürgermeister in den meisten Fällen Platz 1 Ihrer Rangfolge, denn er ist auf kommunaler Ebene das, was der Bundespräsident auf Staatsebene ist: der erste Bürger.

  4. Stellen Sie analoge Rangfolgen her, wenn Sie Ihre Gäste nicht auf der „Top-70-Liste“ entdecken.

    Beispiel: Die Vorsitzenden kommunaler Ausschüsse entsprechen – natürlich auf einer anderen Ebene – den Vorsitzenden von Bundestagsausschüssen und finden sich damit auf Platz 38 der Rangfolge wieder.