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Archiv-Ausgabe 2. November 2006

Unsere Themen heute:
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So haben Sie als Entscheider endlich auch sich selbst im Griff

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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

kennen Sie den „Dr.-Fox-Effekt“? Nein? Dann nehme ich an, dass Sie bisher immer etwas zu sagen hatten, wenn Sie vor Publikum standen. Denn der Name beschreibt das Ergebnis eines Experiments aus dem Jahr 1970. Es beweist eindrucksvoll, dass man auch dann eine erfolgreiche Rede mit begeisterten Zuhörern halten kann, wenn man absolut gar nichts zu sagen hat (Quelle: Die Zeit, 16.9.2004). Aber lesen Sie selbst:

1970 hielt Myron L. Fox vor versammelten Experten einen Vortrag, der den eindrucksvollen Titel „Die Anwendung der mathematischen Spieltheorie in der Ausbildung von Ärzten“ trug. Und den Teilnehmern des Weiterbildungsprogramms der University of Southern California School of Medicine wurde Fox als „Autorität auf dem Gebiet der Anwendung von Mathematik auf menschliches Verhalten“ vorgestellt.

Fox beeindruckte die Zuhörer mit seinem gewandten Auftritt derart, dass keiner von ihnen merkte: Der Mann war Schauspieler und hatte keine Ahnung von Spieltheorie. Alles, was Fox getan hatte, war, aus einem Fachartikel über Spieltheorie einen Vortrag zu entwickeln, der ausschließlich aus unklarem Gerede, erfundenen Wörtern und widersprüchlichen Feststellungen bestand, die er mit viel Humor und sinnlosen Verweisen auf andere Arbeiten vortrug.

Hinter dieser Täuschung standen John E. Ware, Donald H. Naftulin und Frank A. Donnelly, die mit dieser Demonstration eine Diskussion über den Inhalt des Weiterbildungsprogramms initiieren wollten. Das Experiment sollte die Frage beantworten: Ist es möglich, eine Gruppe von Experten mit einer brillanten Vortragstechnik so hinters Licht zu führen, dass sie den inhaltlichen Nonsens nicht bemerken? John Ware übte stundenlang mit dem Schauspieler: „Das Problem war, Fox davon abzuhalten, etwas Sinnvolles zu sagen.“

Fox war sich sicher, dass der Schwindel auffliegen würde. Doch das Publikum hing an seinen Lippen und begann nach dem einstündigen Vortrag, fleißig Fragen zu stellen, die er so virtuos nicht beantwortete, dass niemand es merkte. Auf dem Beurteilungsbogen gaben alle zehn Zuhörer an, der Vortrag habe sie zum Denken angeregt, neun fanden zudem, Fox habe das Material gut geordnet, interessant vermittelt und ausreichend Beispiele eingebaut.

Die Tatsache, dass der Stil eines Vortrags über seinen dürftigen Inhalt hinwegtäuschen kann, erhielt den Namen „Dr.-Fox-Effekt“.

Viel Erfolg bei Ihren nächsten gehaltvollen
Reden und Präsentationen wünscht Ihnen

Ihr Manfred Engel
Redenschreiber und Chefredakteur
von Die besten Reden von A bis Z



Lernen von den TV-Profis – wie Sie Reden packend präsentieren (Teil 4)

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Mehr über:
'Die besten
Reden von A-Z'
Erfahren Sie heute – im letzten Teil unserer kleinen Serie aus Die besten Reden von A-Z –, wie alle bisherigen Tipps zusammenpassen. Wenn Sie alles optimal umsetzen, wird vor den Augen Ihrer Zuschauer ein „Rede-Film“ ablaufen.

Zum Bild der Ton
Schauen Sie beim Fernsehen einmal genau hin! Sie werden feststellen, dass im visuellen „Medium Nummer eins“ der Ton eine große Rolle spielt. Musik wird zur Verstärkung von Botschaften und Stimmungen eingesetzt. Warum soll nicht auch eine Rede mit Fanfarenklängen angekündigt oder – partiell – mit Klaviermusik begleitet werden?

Aber nicht ein Musikteppich ist gefragt, sondern die Akzentuierung durch akustische Elemente. Eine Alarmsirene ist nur in wenigen Fällen angebracht, doch schon

  • das Klopfen auf Holz,
  • das Schnippen mit den Fingern,
  • das Schnalzen mit der Zunge,
  • das Pfeifen mit den Lippen,
  • das Reiben der Hände,
  • das Stampfen mit dem Fuß,
  • das Klatschen in die Hände oder
  • das Klatschen einer Faust in die andere Handfläche

sind Betonungen im wahrsten Sinne des Wortes, die jederzeit zur Verfügung stehen. (Probieren Sie es doch direkt einmal aus!)

Inszenieren Sie Ihre Rede
Werden Sie zum Hauptdarsteller und Regisseur Ihres Vortrags. Spielen Sie mit Bildern, Tönen und allen Sinnen. (Gerüche übrigens gelangen um ein Vielfaches schneller ins Gehirn als andere Reize!) Lassen Sie Ihr Publikum mal diesen, mal jenen Gegenstand in die Hände nehmen, damit jeder Ihre Botschaft wirklich „begreifen“ kann. Ganzheitlich erreichen Sie die nachhaltigste Wirkung.

Die besten Reden von A-Z-Tipp: Eine gute Rede ist wie ein guter Film! Sie hat eine Dramaturgie, eine Dynamik, ist bilderreich – und es „menschelt“.

Keine Angst vor Versprechern
Es „menschelt“ ... Was heißt das? Ganz einfach: Freuen Sie sich, wenn Sie sich mal versprechen! Lachen Sie mit den Zuhörern gemeinsam darüber! Das hilft Ihnen sehr, das Publikum auf Ihre Seite zu ziehen.

Sprechroboter sind langweilig und kalt. Der Redner als Mensch ist interessant, und wenn er neben seinem Wissen und Können auch noch seine persönliche Seite zeigt und dabei Humor beweist, also über sich selbst lachen kann, dann verkauft er seine Botschaft am allerbesten.

Nutzen Sie die Nähe zum Publikum
Erfahrene Moderatoren helfen ihren Interviewpartnern, „Mensch zu bleiben“, indem sie ihnen nicht einfach die Kamera vor die Nase setzen, sondern ihnen ihr Gesicht präsentieren, sich ihnen als Gesprächspartner gegenübersetzen. „Vergessen Sie die Kamera!“, sagen sie dann. „Sprechen Sie mit mir, das wirkt am natürlichsten!“

Als Redner haben Sie es in diesem Punkt leichter als der Fernsehgestalter: Sie und Ihr Publikum haben einander leibhaftig vor sich; Sie und Ihre Adressaten können wirklich miteinander kommunizieren.

Fernsehmacher hingegen sind abgeschnitten vom direkten Kontakt mit unseren Zuschauern und müssen deshalb umso mehr wissen, wie was auf die Menschen wirkt. Hinzu kommt: Beim Fernsehen hat man beim Schnitt zum letzten Mal die Möglichkeit, den Filmbeitrag zu verändern. Bei der Rede vor Publikum hingegen haben Sie diese Möglichkeit noch beim Vortrag selbst. Sie haben eine Chance, die kein Fernseh- und Filmemacher je bekommt – Sie können Ihrem Publikum jeden Wunsch, jede Reaktion von den Augen ablesen.

Sie können und sollten also ins Publikum hineinhören und hineinspüren (vor allem auch in den Schweigepausen), und Sie können und sollten auch einmal spontan neue Pfade beschreiten, während Sie mit dem Publikum auf Tuchfühlung sind. Kurzum: Reagieren Sie auf die Reaktionen Ihres Publikums!

Werfen Sie alles Starre über Bord
In der Journalistenausbildung lernt bereits der Anfänger das Zauberwort vom „Bild-Text-Bezug“. Es bedeutet: Der Text eines Fernsehbeitrags muss vom Bild kommen und wieder zurück zum Bild führen, möglichst variantenreich und elegant.

Wilhelm Streit, Fernsehjournalist, Medienberater und Produzent, hat noch keinen Film nach Manuskript gedreht. Am Anfang steht lediglich eine Ideenskizze. Und spätestens beim Schnitt haben die Bilder dann sozusagen von selbst den passenden Text „geschrieben“.

Ein Film vor den Zuhöreraugen
Wenn Wilhelm Streit einen Film macht, geht er also folgendermaßen vor: Ich lege mir Bilder zurecht, lasse mich auf Situationen ein und bereite eine kleine Abenteuerreise vor. Wieso Abenteuerreise? Weil ich bis zur Sendung nicht genau weiß, wie der Film am Ende aussehen wird.

Ich habe also anfangs keinen fertigen Film im Kopf, sondern nur eine Idee, eine Botschaft. Dazu fallen mir Szenen ein, ständig neue Szenen, denn je nach Interview- und Bildangebot verändert sich die Lage.
Warum sollte nicht die eine oder andere Rede (wenn die Gelegenheit nichts anderes erzwingt) ebenso frei entstehen dürfen – vielleicht sogar erst vor den Augen und unter Berücksichtigung der Reaktionen Ihres Publikums?

Wenn Sie dies (zunächst ausschließlich bei kleinen Anlässen!) öfter einmal ausprobieren, werden Sie sehen, wie viel Spaß es macht und wie viel Selbstvertrauen es gibt. Doch Vorsicht: Sie könnten süchtig danach werden ...

In diesem Sinne viel Freude und Erfolg bei Ihrem nächsten „Rede-Film“!


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Hier finden Sie die früheren Beiträge dieser Serie:

Teil 1: Was eine Rede mit einem Fernseh-Bericht zu tun hat

Teil 2: Warum Bewegung so wichtig ist und wie Sie und Ihre Rede damit in Zukunft noch besser beim Publikum ankommen

Teil 3: Wie Sie Rhythmus in Ihre Rede bringen und dabei selbst ein gutes Bild abgeben



Setzen Sie auch mal die Ellenbogen ein – mit gutem Gewissen!

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Mehr über:
'Stil & Etikette'
Den folgenden Tipp können Sie zwar nicht umsetzen, wenn Sie auf dem Podium stehen – aber rhetorische Fähigkeiten sind natürlich auch im Alltag gefragt und helfen Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen. Mit diesem Tipp aus Stil & Etikette wirken Sie im direkten Gespräch einen Tick überzeugender:

Wer in Gesprächen – beispielsweise im Büro – besonders überzeugen möchte, sollte öfter seine Ellenbogen einsetzen. Allerdings anders, als Sie das jetzt gerade denken: Eine (tatsächliche!) kurze Berührung am Ellenbogen des Gegenübers wirkt Wunder. So sagt der sehr bekannte britische Körpersprache-Spezialist Allan Pease.

Experimente haben nämlich gezeigt, dass Kollegen nach einer solchen Berührung bereitwilliger zusammenarbeiten.

Allerdings müssen dabei einige Regeln beachtet werden, um nicht aufdringlich zu erscheinen: So berühren Frauen einander instinktiv am Unterarm; tun sie das jedoch bei einem männlichen Kollegen, könnte er es als Annäherungsversuch auffassen. Männer bevorzugen nämlich unbewusst die Berührung am Oberarm – auf die wiederum Frauen empfindlich reagieren.

Für Männer und Frauen gilt: Die Berührung sollte in jedem Fall nur leicht sein und nicht länger als drei Sekunden dauern. Und Körperteile wie Rücken, Hände oder gar Beine und Po sind laut Allan Pease tabu!


 
Viel Erfolg bei Ihren nächsten Reden und Präsentationen.

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