26. Juni 2017
 
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Archiv-Ausgabe 20. Juni 2007

Unsere Themen heute:
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Wie Sie jetzt PowerPoint-Präsentationen zaubern, die beeindrucken

In vielen Unternehmen wird kaum mehr miteinander geredet. Umso mehr wird „präsentiert“.

Aber viele Präsentationen sind mit den Ausdrücken „überladen“ und „unprofessionell“ noch freundlich beschrieben. Längst schon lästert der Volksmund: „Haben Sie etwas zu sagen, oder haben Sie PowerPoint?“

PowerPoint bietet eine Fülle von Funktionen zum Gestalten professioneller Präsentationen. Aber nicht alle Möglichkeiten des Programms sind für jeden Zweck geeignet und sinnvoll. Wie lassen sich Ideen und Informationen visuell so aufbereiten, dass sie beim Publikum ankommen und wirken?

PowerPoint aktuell liefert Ihnen jetzt jederzeit schnelle Hilfe und viele Aha-Effekte bei der Erstellung und Gestaltung Ihrer Präsentationen mit PowerPoint. Tipps für Ihre Präsentationen vor Publikum helfen Ihnen, Ihre Präsentationen perfekt vorzutragen.

So setzen Sie Powerpoint optimal ein


Sehr geehrte Rednerin, sehr geehrter Redner,

Onkel Joschka aus Amerika ist nach Bonn gekommen. Auf Besuch nur. Aber dafür ist er heute viel gnädiger als früher. Denn damals galt Ex-Außenminister Joschka Fischer seinen Gegnern nämlich als unerbittlich und manchmal auch als schrullig. Jetzt hat er eine Gastprofessur an der US-Eliteuniversität Princeton – und kommt richtig gut an in Good Old Germany.

Fischers fulminanter Auftritt letzte Woche auf dem Petersberg bei Bonn:

Eine Stunde lang, ohne den kleinsten Spickzettel, plauderte der Altvizekanzler vor 500 geladenen Gästen des Verlags für die Deutsche Wirtschaft AG über das Thema „Angst“. Er stellte sich nicht hinters Rednerpult, sondern lief wie ein Showmaster über die Bühne, fragte gelegentlich das Publikum – und korrigierte nachsichtig wie ein netter Professor, wenn ihm die Antwort missfiel.

Ich habe noch nie einen Redner gesehen, der sich so stark wandeln konnte. Vom Straßenkämpfer und Sponti wurde er zum „Umweltminister in Turnschuhen“ und schließlich zum beliebten Außenminister.

Dann folgte ein Bruch. Fischer hatte Erfolge und überstand Niederlagen. Er war für das Eingreifen der Truppen im Kosovo – aber auch vehementer Gegner deutscher Einsätze im Irak.

Fischer hatte sich – im Gegensatz zu Schröder – vor knapp 2 Jahren mühelos von der Spitzenpolitik verabschiedet und wurde Gastprofessor an der amerikanischen Elite-Universität in Princeton. Dort gab er zuerst ein Seminar für Studienanfänger in „Internationaler Krisendiplomatie“.

Auch rhetorisch habe ich in den letzten 20 Jahren einen sich ständig wandelnden Joschka Fischer erlebt. Oft sah ich einen Politiker, der überzeugen konnte; und oft wurde ich von ihm enttäuscht. Immer dann, wenn er ins Quasseln kam und lange „schön“ reden konnte ohne tatsächlich etwas zu sagen.

Ich mag ihn. Trotz allem und wegen allem. Für Redner ist er ein prima Vorbild – bis auf die ewige Hand in der Hosentasche: die ist allenfalls bei der Snooker-WM in Sheffield angemessen.

Herzlichst

Ihr Manfred Engel
Redenschreiber und Chefredakteur
von Die besten Reden von A bis Z

PS: Hier habe ich Ihnen einige der schönsten Joschka-Sprüche zusammengestellt

 
Lernen Sie vom größten TV-Master, wie Sie Ihr Publikum gewinnen

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Mehr über:
'Die besten
Reden von A-Z'
Selbst Rudi Carrell, einer der größten Showmaster aller Zeiten, konnte Angst vor einem Auftritt haben, wie dieses Zitat beweist:
    „Seit ich Showmaster bin, habe ich immer denselben Albtraum: Ich stehe auf einer Bühne vor vollem Haus – und mir fällt nichts ein. Kein Witz, keine Idee, kein Gag. Nichts! Entsetzlich!“

Aber er wusste auch genau, welche Verantwortung er gegenüber seinem Publikum hatte, und war hart gegenüber sich selbst:
    „Du bist ein Showmaster. Disziplin bitte! Du hast Würde. Du hast Verantwortung gegenüber deinen Zuschauern. Du hältst alles zusammen. Verkaufe dich auch so! Beherrsche dich!“

Kurz vor seinem Tod gab Rudi Carrell dem Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ ein Interview, das zahlreiche Tipps für Redner und Entertainer enthält. Die besten Reden von A–Z stellt Ihnen die 3 wichtigsten vor:

  1. Was die Rhetorik „movere“ (innerlich bewegen) nennt:

    „Ich bin bei meinem Vater in die Lehre gegangen. Seine erste Lektion lautete: Das Publikum muss 2-mal am Abend weinen. Die Leute wollen nicht nur lachen, die wollen auch gerührt sein.“

  2. Was die Rhetorik „delectare“ (unterhalten, erfreuen) nennt:

    „Es gibt immer einen Weg, dein Publikum zum Lachen zu bringen. Wenn nichts mehr geht, holst du jemanden auf die Bühne. Das zieht immer. Stellen Sie sich vor: 1.000 Leute im Saal – und der Showmaster verarscht einen. Da freuen sich 999, dass sie nicht von ihm verarscht werden.“

  3. Was den Erfolg sichert: Perfektion bei der Vorbereitung

    „Eine Stunde vor einer Gala in Scheveningen habe ich den Regisseur gesucht. Ich komme auf die Bühne, da steht jemand in einem Kittel mit dem Rücken zu mir und fegt. Ich frage: ‚Guter Mann, wissen Sie, wo der Regisseur ist?‘ Der Mann dreht sich um, und – hoppla – es ist kein Mann, sondern Marlene Dietrich!

    Ich frage etwas verdutzt: ‚Frau Dietrich, kann nicht jemand anders die Bühne fegen?‘ Und die antwortet: ‚Wissen Sie, ich muss gleich diese Showtreppe runter. Wenn da irgendetwas liegt und ich rutsche darauf aus, steht das morgen in der Zeitung!‘ Seitdem habe ich immer selbst die Bühne gefegt.“


Vorsicht, Falle! Duzen oder Siezen? Wie Sie sich rhetorisch geschickt da wieder rauswinden

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'Der große Knigge'
„Wollen wir nicht einfach ,du‘ sagen?“ Was manche Menschen bequem oder gar angenehm finden, ist für andere eine Zwickmühle: das Duzen im Berufsleben. Manch einer fühlt sich mit dem offiziellen „Sie“ einfach wohler, weiß aber nicht, wie er ein angebotenes „Du“ ablehnen kann, ohne sein Gegenüber zu brüskieren.

Leichtfertige Empfehlungen sind hier gefährlich, weil sie zu ernsthaften Kommunikationsstörungen führen können. Folgen Sie deshalb am besten diesen Tipps aus dem großen Knigge.

Vorweg sei gesagt: Wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem sich alle duzen, Geschäftsleitung wie Sachbearbeiter, dann müssen Sie diesen Stil akzeptieren. Das „Du“ ist hier vergleichbar mit dem englischen „you“ und hat nicht die gleiche Bedeutung wie das „Du“, das Ihnen von jemandem angeboten wird, mit dem Sie bislang in einer Sie-Beziehung gestanden haben.

Was tun Sie aber in einem solchen Fall? Wenn Sie also bisher per „Sie“ waren und das – im Gegensatz zu Ihrem Gesprächspartner – auch bleiben möchten?

Je nach Situation können Sie unterschiedlich reagieren. Wichtig ist aber stets: Ihr Gegenüber soll verstehen, dass Ihre Ablehnung keine Ab- oder Bewertung seiner Person bedeutet:
  • Fall 1: Der Vorgesetzte bietet Ihnen das „Du“ an

    Diese Situation ist für die meisten Menschen besonders schwierig. Schließlich ist es der Chef, der Ihnen das „Du“ anbietet. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Möchten Sie das Du-Angebot annehmen – tun Sie es.

    Möchten Sie es ablehnen, müssen Sie sich elegant aus der Affäre ziehen: „Herr Berger, dieses Angebot ehrt mich sehr. Aber bitte haben Sie Verständnis, dass ich es nicht annehmen möchte. Ich fühle mich auf der Sie-Ebene einfach wohler.“

    Wichtig ist, dass Sie Ihre Beweggründe offen thematisieren: „Ich finde, dass Vorgesetzter und Mitarbeiter gegenüber der Geschäftsleitung oder anderen Mitarbeitern das gegenseitige Verhältnis auch in der Kommunikation miteinander wahren sollten. Ihr Angebot ehrt mich aber sehr.“ Das wird er akzeptieren. Auf ein „Aber wenn ich es Ihnen doch anbiete!“müssen Sie nicht weiter eingehen. Signalisieren Sie, dass dies Ihre feste Meinung ist.

  • Fall 2: Ein Kollege bietet das „Du“ an

    Auch hier ist das Ablehnen des angebotenen „Du“ eine Situation, die diplomatisch und überaus freundlich geregelt werden muss: „Vielen Dank für Ihr Angebot! Aber ich möchte im Geschäftsleben lieber beim ,Sie‘ blieben, weil ich Beruf und Privates gerne trenne.“

  • Fall 3: Ein notorischer Duzer duzt Sie

    Hin und wieder treffen wir auch auf Menschen, die einfach ungefragt „du“ sagen. Wir ärgern uns darüber – allerdings kommt im Geschäftsleben auch der Gedanke hinzu, einen wichtigen Geschäftspartner oder Kunden nicht brüskieren zu wollen. In diesem Fall hilft oft ein Vieraugengespräch. Und so könnte es sich anhören:

    Sie: „Da wir gerade unter uns sind: Ich wollte Sie noch etwas fragen, was mich schon länger beschäftigt. Ich befürchte nämlich, ich habe einen großen Fehler gemacht, indem ich etwas vergessen habe. “

    Ihr Gegenüber erstaunt: „Was denn?“

    Sie: „Warum Sie mich immer duzen. Ich kann mich einfach nicht daran erinnern, dass wir irgendwann Brüderschaft getrunken haben. Und es wäre mir außerordentlich peinlich, wenn ich das vergessen hätte. Bitte helfen Sie mir auf die Sprünge!“

    Ihr Gegenüber, lachend: „Aber das haben wir doch gar nicht.“

    Sie, mit einem strahlenden Lächeln: „Oh, das beruhigt mich aber sehr. Ich brauche also kein schlechtes Gewissen zu haben. Und außerdem können wir uns dann ja weiterhin siezen.“

 
Viel Erfolg bei Ihren nächsten Reden und Präsentationen.

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