Reden zum Tag der Deutschen Einheit 2011
„Für mich ist dieser Augenblick einer der glücklichsten
in meinem Leben.“ So ergriffen war
1989 nicht nur Helmut Kohl, sondern auch die
meisten von uns.
Der Alltag der kommenden
Jahre dämpfte die Euphorie. Kosten, unterschiedliche
Geisteshaltungen und völlig unterschiedliche
Lebenserfahrungen prallten aufeinander
und machte es der Jubelgeneration von
1989 schwer, die Grenze in ihren Köpfen zu vergessen.
Den heutigen Schulkindern ist der Gedanke
an ein getrenntes Deutschland bereits
fremd – Geschichtsbuchwissen. Schaffen wir
für sie die Wirklichkeit, die in ihren Köpfen bereits
existiert: ein ganzes Deutschland.
Zum Tag der Deutschen Einheit 2011 liefern wir Ihnen hier diese fertigen Rede-Muster, Rede-Entwürfe und Tipps für Ihre Rede zum Tag der Deutschen Einheit:
Rede 1:
Aus den Anfangsfehlern lernen
und unermüdlich weitermachen!
Anfang der Rede: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
In unseren Familien, Vereinen oder Betrieben feiern wir
einen 20. Jahrestag ganz selbstverständlich mit Freude
und Stolz. Heute haben wir einen großen Anlass zum
öffentlichen Feiern!
Der 20. Jahrestag der deutschen Einheit ist ein ganz besonderer
Feiertag, ein Glückstag für unser Land. Seit dem
staatsrechtlichen Vollzug der deutschen Einheit am 3. Oktober
1990 können wir Deutschen unseren Weg gemeinsam
gehen.
Das waren damals aufregende Tage! Auch wir in ... [Ort]
haben damals den „Atem der Geschichte gespürt“
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Rede 2:
(N)Ostalgie? No! Das vereinte Europa
ist unsere Friedensgarantie!
Anfang der Rede: „Erinnern Sie sich noch, dass die DDR sich offiziell „Friedensstaat“
nannte? Dieser so genannte Friedensstaat war
allerdings durch und durch militarisiert. Kampfgruppen
auf der Arbeit, Wehrkunde in den Schulen, den Wehrdienst
verweigern durfte man überhaupt nicht.
Ich erinnere mich noch an den Sportunterricht: Der
Weitwurf wurde dort mit granatenähnlichen Utensilien
geübt. Schließlich sollte das friedliche Land ja jederzeit
gegen den „westlichen Imperialismus“ verteidigt werden
können, wie es in der offiziellen Ideologie hieß.“
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Rede 3:
Wollen reicht nicht: Gute Beziehungen
machen viel Arbeit
Anfang der Rede: „‚Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie
wurde Hoffnung für viele. Sie ist heute Notwendigkeit für
alle.’
Das sagte Konrad Adenauer, der erste deutsche Bundeskanzler
nach dem Zweiten Weltkrieg vor fast 56 Jahren,
am 15. Dezember 1954, vor dem Deutschen Bundestag.
Und da war Europa noch meilenweit entfernt von jeglicher
‚Einheit’.
Zu dieser Zeit waren eure Großeltern junge Leute –
Halbstarke und Backfische sagte man damals. Sie hörten
im Radio Bill Haley mit ‚Rock Around The Clock’ oder
Vico Torriani mit ‚Granada’.“
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Archiv: Reden zum Tag der Deutschen Einheit
Diese Muster-Reden stammen aus den Vorjahren. Mit leichten Anpassungen (z. B. die geschichtlichen Bezüge) können Sie sie natürlich auch für Ihre Rede am Tag der Deutschen Einheit 2009 nutzen:
Teilen oder töten mit dem
scharfen Messer der Geschichte (2009)
Anfang der Rede: „Es ist der Tag der Deutschen Einheit. Das ist – auch
wenn das nicht jedem so bewusst ist – ein besonderer Tag.
Aber heute ist er besonders besonders.
Heute ist der 3. Oktober im 20. Jubiläumsjahr der friedlichen
Revolution, des atemberaubenden Ereignisses im
November 1989, das ein Jahr später zur deutschen Einheit
führte. Wie wesentlich dieses Ereignis für uns Deutsche
ist, aber auch wie schwierig, zeigt die Debatte, die
den Namen eines ostdeutschen Ministerpräsidenten mit
westdeutscher Herkunft trägt...“
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Über Nacht war alles anders (2009)
Anfang der Rede: „Unser Stadtfest ist traditionell ein Anlass, um uns selbst
zu feiern. Einmal im Jahr wollen und dürfen wir daran
erinnern, dass wir eine Gemeinde sind, die zusammenhält
und die etwas auf die Beine stellt.
Und trotzdem ist 2009 alles ein bisschen anders. Denn
in diesem Jahr erinnern wir uns auch daran, dass vor
20 Jahren die DDR die Mauer öffnen musste. Schon
20 Jahre? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kann
es manchmal gar nicht glauben, dass seitdem schon so
viel Zeit vergangen sein soll.
Doch wenn ich auf die letzten zwei Jahrzehnte zurückblicke,
dann sehe ich auch in unserer Gemeinde eine Entwicklung,
die nicht von heute auf morgen möglich war
und die sehr viel mit der Wende von 1989 zu tun hat...“
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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (2008)
Anfang der Rede: „wir feiern heute eine Sternstunde deutscher Geschichte:
Wir feiern die Überwindung einer Grenze, die nicht
nur unser Land, sondern Europa in zwei Teile schnitt. Wir
feiern die friedliche Zusammenfügung von Ost- und Westdeutschland.
Dazu heiße ich Sie alle sehr herzlich willkommen!
Wir wollen uns heute an die Vereinigung erinnern, nicht
gestützt auf Blut und Eisen, Macht und Gewalt wie das
Deutsche Reich von 1871 – sondern auf friedliche Mittel
im Konsens mit Nachbarn und Verbündeten.
Bei vielen Menschen kommen an diesem Jahrestag wieder
Erinnerungen hoch an spannungsgeladene Momente,
begleitet von großer Euphorie ...“
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Rede einer Bürgermeisterin zum Tag der
Deutschen Einheit (2007)
Anfang der Rede: „Tag der Deutschen Einheit: Das klingt gesprochen
anders, als es sich liest.
Der kleine Unterschied liegt im Buchstaben D.
Erinnern Sie sich noch? 1990 haben wir den Tag der
Deutschen Einheit nicht zum ersten Mal gefeiert, aber
zum ersten Mal mit einem großen D. Nur dreieinhalb
Monate zuvor schrieb er sich im entsprechenden
Bundesgesetz noch mit einem kleinen d.
Damit war 1990 übrigens das einzige Jahr in der
Geschichte der Bundesrepublik, in dem der Tag der
deutschen Einheit zweimal im Kalender stand: am
17. Juni und am 3. Oktober. Denn bereits 1953 verabschiedete
der Deutsche Bundestag ein Gesetz über den
Tag der deutschen Einheit, durch das der 17. Juni in der
BRD zum Nationalfeiertag wurde. ...“
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Der Vorhang schon lange hoch,
doch noch viele Fragen offen (2006)
Anfang der Rede: „Der Begriff vom ’eisernen Vorhang‘ stammt bekanntlich
aus dem Theaterwesen: Ein eiserner Vorhang, im Fall
eines Feuers auf der Bühne heruntergelassen, soll verhindern,
dass die Flammen auf den Zuschauerraum
übergreifen.
Dann, Mitte des vorigen Jahrhunderts, wurde der
„Eiserne Vorhang“ von Churchill erstmals als Metapher
für das gespaltene Europa verwandt.
Der 3. Oktober erinnert daran. Er ist ein Tag der Freude
darüber, dass der trennende Vorhang eines Tages hochgezogen
wurde. Dass unser Volk seit dem 3. Oktober 1990 wieder vereint ist. Oder sollten wir richtiger sagen:
am 3. Oktober 1990 die Chance bekommen hat, seine
Einheit wiederzugewinnen? ...“
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Wir hatten die Wahl:
Ein Bürger spricht im Herbst 2005
Anfang der Rede: „Unser Grundsatz ist mehr Bürgernähe. Wir
kämpfen für Ihr Recht auf einen Arbeitsplatz.
Unser Land muss wieder eine Zukunft haben.
Konnten Sie’s auch schon nicht mehr hören?
Ewig gleiche Phrasen von ewig gleichen Typen
auf ewig gleichen Papp-Plakaten? Haben Sie da
nicht auch oft gedacht ’Bloß ab nach Hause und
Tür zu! Unsere Probleme hier in Deutschland
löst ja doch keiner von denen!‘? Und kaum saß
man dann vor der Glotze, hieß es schon wieder
überall: „Unser Grundsatz ist mehr Bürgernähe.
Wir kämpfen für Ihr Recht auf einen Arbeitsplatz.
Unser Land ...“
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Schluss mit Stau: Ein Unternehmer spricht zur deutschen Einheit 2005
Anfang der Rede: „Neulich war ich beruflich in ... (Name einer
Großstadt) unterwegs und mitten in die
Rushhour geraten. Und dort stand ich nun als der
Erste einer langen Schlange an einer roten Ampel.
Die wurde zwar schließlich grün – ich aber
konnte trotzdem nicht losfahren, denn mitten
auf der Kreuzung stand noch der Querverkehr.
Sie kennen das: Manche Leute ignorieren den
Stau vor ihrer Nase und fahren einfach ’auf gut
Glück‘ in die Kreuzung hinein, in der Hoffnung,
dass die Grünphase lange genug dauert. Das
klappt natürlich selten – und dann stehen sie da,
mitten auf der Kreuzung, haben längst wieder
rot und blockieren alles. ...“
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Chancen nutzen: Der Bürgermeister spricht zur deutschen Einheit 2005
Anfang der Rede: „Bestimmt erinnern Sie sich noch an die Eselsbrücken
aus dem Geschichtsunterricht:
„333 – bei Issos Keilerei‘ oder ’753 – Rom
schlüpft aus dem Ei‘. Damals habe ich gedacht:
„Das ist doch alles längst passee! Abgehakt!
Warum müssen wir uns heute noch damit
rumschlagen?“
Nun, meine Damen und Herren, für künftige
Schülergenerationen wird unsere Gegenwart Geschichte
sein: Geschichte, die sie lernen müssen
wie wir die Schlacht bei Issos. Und neulich habe
ich sogar schon zur deutschen Einheit eine Eselsbrücke gehört, nämlich: ’Nach 45 gab’s zwei
Staaten – die 90 sich zusammentaten.‘ ...“
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„Liebe Julia!“ – Ein deutsch- deutscher Briefwechsel (2004)
Anfang der Rede: „Liebe Julia, schrieb die zehnjährige Tanja
aus München im Sommer 1980 an ihre Kusine
in Rostock:
’Liebe Julia! Hier scheint jeden Tag die Sonne, und ich gehe oft schwimmen. Komm mich doch mal besuchen!
Mama hat zwar gesagt, das geht nicht wegen einer hohen Mauer, aber das
verstehe ich nicht. Ihr wohnt doch auch in
Deutschland, wie wir. Naja, vielleicht
kannst du ja doch mal zu mir nach München
kommen. Wir gehen dann zusammen
ins Freibad, und ich zeige dir Max, mein
Kaninchen. Viele Grüße, deine Tanja‘ ...“
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Ich glaube an unser Land! – Wie wir eine glänzende Zukunft schaffen (2004)
Anfang der Rede: „Kennen alle das alte Volkslied von den zwei
Königskindern:
’Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb.
Sie konnten zusammen nicht kommen: Das Wasser war viel zu tief.‘
Meine Damen und Herren, haben wir in
Deutschland nicht lange Zeit das Los der beiden
Königskinder geteilt? Das Los der Liebenden,
die eine unüberwindbare Grenze getrennt hat?
– Ihre Geschichte endet traurig: Der Junge versucht,
durch den tiefen Fluss zur Geliebten zu
schwimmen, und ertrinkt. Das Mädchen stirbt
daraufhin an gebrochenem Herzen. ...“
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Außerdem im Archiv:
- Weitere Zitate und Bausteine für Ihre Rede
zum Tag der Deutschen Einheit
Für diesen Auftritt wurden Bilder des Fotografen Increa aus der Bild-Datenbank Fotolia verwendet.
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