18. August 2017
 
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Das Passiv macht depressiv – nur mit dem Aktiv aktivieren Sie Ihr Publikum

Manche Redner möchten es besonders gut machen, nichts Falsches sagen, wollen niemanden verärgern, alles korrekt ausdrücken – und letztlich wirkt die Rede dadurch nur distanziert, schwerfällig.

Der neue Reden-Berater-Tipp: Bringen Sie Bewegung in die Texte, indem Sie Aktivsätze formulieren.

Eine der Besonderheiten der deutschen Sprache können Sie nach wie vor in einigen öffentlichen Parks vorfinden: Es ist verboten, den Rasen zu betreten. Viele Menschen haben schon darüber nachgedacht, wie es überhaupt möglich war, das Schild aufzustellen.

Interessanterweise ist das Verbot auch nicht einfach in jede Sprache übersetzbar, denn es gibt Sprachen, in denen sich handelnde Personen nicht bis zur Unkenntlichkeit zurückziehen können. Und in diesem Fall ist weder erkennbar, wer das Verbot aufgestellt hat noch für wen es konkret gilt.

Formulieren Sie kurz und klar

Um solche Fallstricke zu umgehen, sollten Sie prinzipiell klar und direkt formulieren. Verben, Tunwörter: stets aktiv, nicht passiv in der Leideform. Sagen Sie also bitte nicht: Die Tür wird geöffnet, was unverzüglich die Frage aufwirft: Von wem? Sondern: Er öffnet die Tür. Das ist kurz und klar.

Beliebt ist auch die Konstruktion: Die Deutsche Bank wird bestreikt. Unbewusst stellen sich auch hier einige Fragen, die dem eigentlichen Kern der Sache nicht gerecht werden – bis zu der Frage, ob die Bank selbst einen Teil dazu beigetragen habe. Und letztlich bleibt auch hier das entscheidende Problem: Die handelnden Personen sind nicht greifbar. Der Satz wirkt so, als streike irgendeine Sache vor sich hin.

Formulieren Sie direkt und eindringlich

Aktivsätze sind direkt und eindringlich. Sie verdeutlichen die Botschaft, die Sie vermitteln wollen, und provozieren keine unbewussten Zusatzfragen. Vermeiden Sie also einen Satz wie diesen: Er hat die Hoffnung, einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Besser: Er hofft, dass sein Wunsch erfüllt wird.
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