Volkstrauertag 2012 – auch nur irgend so ein Gedenktag – Appele für Frieden
„Fünf große Feinde des Friedens wohnen in uns: nämlich Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz. Wenn diese Feinde vertrieben werden könnten, würden wir zweifellos ewigen Frieden genießen.“
Das wusste schon im 14. Jahrhundert der italienische Dichter und Gelehrte Francesco Petrarca, und es erklärt auch, warum Alfred Nobels ehrenwerte Bemühungen immer nur ein Symbol guten Willens und ein Ansporn für alle Menschen sein können, Frieden zu schaffen.
Ist Petrarcas scharfsinnige Analyse richtig, dann wird wohl auch Astrid Lindgrens Behauptung zutreffen: „Über den Frieden sprechen heißt über etwas sprechen, das es nicht gibt.“ – Hoffentlich irren sie.
Tipp: Bevor Sie eine Rede zum Volkstrauertag halten, sollten Sie eine der wichtigsten Fragen klären: Sprechen Sie als einziger Redner? Falls ja, dann können Sie die Themen herausgreifen und beleuchten, die Ihnen besonders wichtig sind. Sind Sie aber ein Redner unter mehreren, dann müssten Sie sich mit Ihren Mitrednern absprechen, damit nicht ein und dasselbe Thema in drei Reden behandelt wird. Außerdem muss Ihre Rede dann deutlich kürzer ausfallen.
Zum Volkstrauertag 2012 liefern wir Ihnen hier 3 fertige Muster-Reden sowie weitere Rede-Entwürfe und Tipps für Ihre Rede zum Volkstrauertag:
Rede 1:
„Will mir die Hand noch reichen, derweil ich eben lad“ – ändert sich das niemals?
Inhalt der Rede: Man war aufgebracht, und es reichte für einige Wochen Medienecho, als Karl-Theodor zu Guttenberg klare Worte für den Afghanistan-Einsatz der Deutschen fand: „Deutschland ist im Krieg.“ – Lange hat er nicht gedauert, der Aufschrei, und die damit verbundenen Diskussionen wurden auch eher in verstaubten Akademiker-Büros geführt.
Der Rest der Deutschen war froh, dass die „Front“ ganz weit weg ist und dass ja „nur ein paar“ deutsche Soldaten dort ihr Leben riskieren für – was war es noch mal? Mit dieser Rede wecken Sie auf und machen Ihren Zuhörern bewusst, dass der Volkstrauertag kein Relikt ist aus vergangenen Zeiten, sondern bestürzend aktuell.
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Rede 2:
Frieden fängt bei uns an: in unserer
Gemeinde
– durch Respekt und Solidarität
Inhalt der Rede: Ist diese Botschaft wirklich neu? Der Frieden fängt im Kleinen an, jeder ist für den Frieden verantwortlich? Brandaktuell und in immer neuer Auflage erreicht uns diese Botschaft – zumindest in der christlichen Kultur – seit bescheidenen 2.000 Jahren. Leider verliert die christliche Kirche als Meinungsmacher immer mehr Einfluss. Warum also sollten Sie die wichtigste aller Botschaften nicht anders verpackt servieren? Garantiert religionsfrei und damit leicht verdaulich für alle, die mit Kirche und Glauben nichts zu tun haben wollen.
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Rede 3:
Gebt der Gewalt keinen Raum – engagiert euch
für den Frieden!
Inhalt der Rede: „Wo man nur die Wahl hat zwischen Feigheit und Gewalt, würde ich zur Gewalt raten“, empfiehlt uns Mahatma Gandhi. Und er hat Recht! Immer sind es die, die etwas ändern wollen, die Gewalt einsetzen. Menschen wie Anders Behring Breivik, die ihren privaten Krieg gegen ihre eigenen Ängste und Wahnvorstellungen führen mit verquasten Ideologien und mit Gewalt. Was soll denn dagegen helfen? Da ist sie, die Situation, die Gandhi heraufbeschwört: Feigheit oder Gewalt? Bei dieser Wahl hilft doch nur eines: aktiv für Frieden und Solidarität unter den Menschen werden, damit Gedankengut wie das von Breivik nicht den Funken einer Chance hat, zu keimen!
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Archiv: Reden zum Volkstrauertag
Diese Muster-Reden stammen aus den Vorjahren. Mit leichten Anpassungen (z. B. die geschichtlichen Bezüge) können Sie sie natürlich auch für Ihre Volkstrauertagsrede 2012 nutzen:
Möge der Volkstrauertag zum Volksfriedenstag werden
Anfang der Rede: „Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn“, hat der französische Philosoph Gabriel Marcel geschrieben. Damit die Toten nicht schweigen, damit wir ihre Stimme hören, haben wir den Volkstrauertag.
Wir gedenken all der Menschen, die im 20. Jahrhundert durch Krieg und Vertreibung, durch Gewalt und Gewaltherrschaft ihr Leben lassen mussten. Und wir gedenken derer, die wegen ihrer Überzeugung, Religion oder Rasse verfolgt, geschunden und ermordet wurden.
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„Wir werden nicht schlafen, obgleich
Mohn wächst auf Flanderns Feldern!“
Anfang der Rede: Stellen Sie sich bitte einmal folgendes Bild vor: Rote Mohnblumen wiegen sich im Wind. Über den Mohnblumen trällern Lerchen. Ein wunderschönes Naturidyll, oder?
Es ist ein Bild, das vom Kanadier John McCrae gezeichnet wird in seinem Gedicht mit dem Titel „Auf Flanderns Feldern“. Das Bedrückende ist – der Mohn blüht zwischen den Kreuzen tausender gefallener Soldaten, und die Lerchen sind nur zu hören, nachdem der Kanonendonner verstummt ist.
Das Gedicht „Auf Flanderns Feldern“ entstand vor 95 Jahren inmitten des Ersten Weltkriegs. Der Autor John McCrae diente dort als Sanitäter. Er hatte gerade seinen besten Freund verloren. 22 Jahre alt. Das Gedicht sollte eine Trauerzeremonie ersetzen.
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Mit dem Ende der Geduld beginnt das Handeln!
Anfang der Rede: „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern“, forderte Bundespräsident Theodor Heuss 1952, als 68-Jähriger, von den Menschen.
„… Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern.“ Was für eine große Aufgabe! Was soll ich tun, ich kleiner Mensch im „big business“? Fragen Sie sich das auch, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, meine sehr geehrten Damen und Herren?
Was sollen wir tun? Wir leben schon seit Jahren und Jahrzehnten in einem Land ohne Krieg. Mitten im „dicksten Zivilleben“, wie es in Wolfgang Borcherts Theaterstück „Draußen vor der Tür“ heißt. „Mitten im dicksten Zivilleben“ also. Und wirklich ohne Krieg?
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Unser Wille und unsere Pflicht:
„… dem Frieden der Welt zu dienen“!
Anfang der Rede: Heute ist ein Tag und ein Anlass, an dem ich froh wäre, wenn mir auch bei längerem Nachdenken kein aktueller Bezug, kein Ereignis aus jüngster Zeit einfiele, über das ich sprechen könnte.
Aber leider ist dem nicht so. Am 4. September 2009 wurden bei einem Luftangriff im Befehlsbereich der Bundeswehr über 50 Menschen getötet.
Unter den Toten waren keine deutschen Soldaten. Doch jedes Jahr verlieren Bundeswehrsoldaten bei Auslandseinsätzen ihr Leben. Seit 1992 bis Juli dieses Jahres waren schon 81 Tote zu beklagen, an die wir gerade heute besonders denken ...
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„’s ist Krieg, und ich begehre, nicht
schuld daran zu sein!“ – Wer dann?“!
Anfang der Rede: Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste und Freunde der Gemeinde Musterstadt,
der Monat November hat viele Totengedenktage: Allerseelen, Allerheiligen, Totensonntag, dazwischen der Volkstrauertag.
Dieser gilt insbesondere den Opfern des Nationalsozialismus und der beiden Weltkriege. Wir trauern an diesem Tag nicht nur um Verstorbene allgemein, sondern um jene Verstorbenen, an deren Tod wir Menschen – nicht individuell, aber grundsätzlich – schuldig sind. ...
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„Wer vergessen wird, stirbt ein zweites Mal!“!
Anfang der Rede: Die Geschichte des Volkstrauertags ist älter als die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. 1919, vor 90 Jahren, rief ihn der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ ins Leben. So erschüttert von den Schrecken des Ersten Weltkriegs waren die Menschen damals. Sie hofften, dass das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Nationen und die Trauer um sie uns für immer an den Frieden erinnern würden.
Doch diese Hoffnung machte schon 20 Jahre später der Beginn des Zweiten Weltkriegs zunichte. Nicht über zehn Millionen Opfer wie im Ersten Weltkrieg – über 50 Millionen Menschen auf vier Kontinenten ließen ihr Leben! ...
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Frieden ist möglich! (2008)
Anfang der Rede: „Ich möchte einen Stoff oder eine Maschine schaffen
können von so fürchterlicher, massenhaft verheerender
Wirkung, dass dadurch Kriege überhaupt unmöglich würden.“
Diesen beklemmenden Satz soll Alfred Nobel gesagt
haben, dessen Geburtstag sich in diesem Oktober zum 175.
Mal jährt.
Er ist der Erfinder des Dynamits und der Gründer der
nach ihm benannten Nobel-Stiftung, deren bekannteste
Auszeichnung wohl der Friedensnobelpreis ist ...
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Erinnerung – Mahnung – Hoffnung (2007)
Anfang der Rede: „Seit 1952, also seit 55 Jahren, ist der Volkstrauertag eine
feste Institution am zweiten Sonntag vor der Adventszeit.
Er fällt damit in die graue Zeit des Jahres zwischen
Herbst und Winter, in der sich Gedanken an Tod und Vergänglichkeit
fast von selbst einstellen.
In Deutschland gedenken wir am Volkstrauertag der
Kriegstoten und der Opfer von Gewaltherrschaft in allen
Nationen. – Hier halte ich inne. Es sagt sich so leicht. Aber
ist es wahr? Trauert wirklich unser ganzes Volk?
Nein, natürlich nicht. Von Ausnahmen abgesehen, sind
es doch überwiegend jene Frauen und Männer, die in ihrer
Jugend den Krieg und die Nazidiktatur selbst miterlebten
und damals nahe Verwandte verloren haben – Eltern,
Geschwister, Onkel und Tanten oder sogar eigene
Kinder ...“
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Den Frieden verteidigen und beschützen (2007)
Anfang der Rede: „Wenn wir Kaschmir hören, denken wir an Wolle. Assam
verbinden wir mit Tee und Kolumbien mit Kaffee.
Aber was sagen uns die Namen Tamil Eelam, Narathiwat
oder Myanmar?
Sicher nicht sehr viel. Dabei haben all die genannten
Regionen, die bekannten und die unbekannten, eines gemeinsam:
Sie sind Schauplätze von bewaffneten Konflikten
und Kriegen, die zum Teil schon vor Jahrzehnten
begannen und seitdem ununterbrochen andauern – und
die Liste ist damit bei weitem noch nicht erschöpft.
Nein, wir leben nicht in einer friedlichen Welt. Diese
Wahrheit will ich an den Beginn unserer Gedenkstunde
zum Volkstrauertag stellen.“
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Die Unfähigkeit zu trauern (2007)
Anfang der Rede: „Die Unfähigkeit zu trauern“ – so lautet der Titel eines
Buches, das vor genau 40 Jahren erschien und damals
großes Aufsehen erregte. Verfasser waren die beiden
Psychoanalytiker Alexander und Margarete Mitscherlich.
Übrigens: Frau Mitscherlich hat im vergangenen Juli ihren
90. Geburtstag gefeiert.
„Die Unfähigkeit zu trauern“ – wie passt dieses inzwischen
geflügelte Wort zu einer Gedenkstunde am heutigen
Volkstrauertag?
Für mich war die Wiederbegegnung mit dieser bekannten
Formel ein Anlass, darüber nachzudenken, was uns
der Volkstrauertag heute, gut 62 Jahre nach dem Ende des
letzten Weltkriegs, noch zu sagen vermag.
Als im Jahr 1919 der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
vorschlug, einen Gedenktag für die gefallenen
deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs einzuführen, da waren die Trauer um die Toten und das schmerzliche
Gefühl des Verlustes noch nicht einmal ansatzweise
bewältigt oder verarbeitet. Die seelischen Wunden lagen
offen ...“
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Außerdem im Archiv:
- Weil die Toten schweigen, beginnt alles immer wieder von vorn:
Rede des Landrats (2006)
- Astrid Lindgren: Niemals Gewalt! (2006)
- Für die Kinder gegen den Krieg: Rede des Landrats (2005)
- Die tägliche Todesangst: Rede des Bürgermeisters (2005)
- Niemals Gewalt: Rede des Ortsvorstehers (2005)
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Der große Knigge Warum ist es eigentlich so wichtig, gute Umgangsformen zu besitzen?
Die Antwort ist ganz einfach: Wenn Sie sich sicher und selbstbewusst fühlen, dann wirkt sich das auf Ihre gesamte Ausstrahlung und Ihr berufliches und privates Auftreten aus. Wer gute Umgangsformen hat, ist also erfolgreicher. Doch wo finden Sie Regeln, Ratschläge und Hilfe, auf die Sie sich 100%ig verlassen können? Wo finden Sie die besten Experten auf Ihrem Gebiet?
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